Die Bettenburg am Haßbergtrauf wurde im 19. Jahrhundert durch ihre Tafelrunde berühmt, an der regelmäßig die Dichter Jean Paul und Friedrich Rückert, Ludwig Bechstein, Gustav Schwab und Freiherr de la Motte-Fouque und der Homer-Übersetzer Johann Heinrich Voß teilnahmen, sowie die Komponisten Louis Spohr und Giacomo Meyerbeer. Gastgeber war der Burgherr Christian Truchseß von Wetzhausen. Zum Schloss gehört ein Englischer Park, den Christian Truchseß von Wetzhausen (1755–1826) 1789 von den Gartenarchitekten Christian Cay Lorenz Hirschfeld aus Hannover und Daniel August Schwarzkopf aus Kassel anlegen ließ, um sich dort mit den Teilnehmern der Tafelrunde auszutauschen. Heute ist daraus ein schöner Wald geworden.

Die Parkanlage ist, typisch für die Aufklärungszeit, mit romantischen Denkmälern bestückt, dem „Dichterhäuschen“, Rückerts Lieblingsplatz, der Säule der Geschwisterliebe, einem Minnesängerplatz, Denkmälern für die Ritter Götz von Berlichingen, Franz von Sickingen und Ulrich von Hutten, einer künstlichen Ruine (Altenburg genannt) und einer gotisierenden Kapelle (Totenkapelle). Die Bildhauerarbeiten stammen von Martin Gottlieb Klauer aus Weimar und Johann Adam Philipp Stößel aus Schweinfurt. Vor der künstlichen Ruine ist seit 2013 eine erklärende Schautafel mit Sitzbank angebracht.

(Text: Kunst- und Kulturführer durch den Landkreis Haßberge, Neuauflage 2018)

Führungen werden angeboten durch Hans Reuscher und Herbert Dressel aus Hofheim