Schon bei der Einfahrt in den unbefestigten Hof der alten Mühle umgibt den Besucher die verzaubernde Stimmung, die die Künstlerin Jannina Hector liebt. Sobald es draußen warm wird, öffnet sie die grünen, vielfarbig schimmernden, alten Scheunentore und arbeitet in ihrem Sommeratelier. Dann werden Garten und Atelier eins. Im Schatten des alten Gehölzbestandes, erfrischt vom Plätschern des Baches, fängt sie lockende Düfte und vielfarbigen Farbenrausch ein.

Orange leuchtende Lampionblumen und violette Hortensien bilden den Rahmen für die leuchtend strahlenden Dahlien. Die Liebe zu den Dahlien hat Jannina Hector 2018 eingefangen und in der Ausstellung „Sommer Gesichter“ gezeigt. Neben den Gesichtern, die sie mit Schachtelhalm als Pinsel mit Tusche aufs Papier gebracht hat, zeigt sie Dahlienaquarelle. Sprühenden Funken gleich, strahlen Dahlien vom Papier.

Vom Herbst bis zum Frühjahr finden ihre Workshops regen Zuspruch.

Als sei es für diese Gartenszene geschrieben, scheint das Gedicht ihres verstorbenen Mannes, des Philosophen und Malers Heinz Hector aus dem
Gedicht Band „formulierte Bilder“.

Sommerwolken

Ihr weißen Sommerwolken,
wo kommt ihr her?
Wo schwebt ihr hin?
Ihr sagts mir nicht,
so weiß ichs nicht,
der ich hier unten bin.

Zu euch,
ihr Wolken in der Luft,
führt keine Stufenleiter hin.
Wozu das auch?
Das Bild von euch,
es schenkt genug Gewinn.

Die Skulpturen im Garten sind Werke von Heinz Hector, das Foto unten zeigt eine Skulptur von Barbara Neuhäuser.

Seine Philosophie hat er in dem aphoristischen Werk „Vom Sein – Aphorismen zur Ethik“ dargelegt. Hier der Aphorismus „Von den Pflanzen lernen“.