Welche Vielfalt auch ein moderner Garten bieten kann, zeigt der Garten der Familie Leuschner. Vor etwa 15 Jahren entdeckten sie das Haus auf einem Hügel, umgeben von einer Wiese mit einem Gefälle von etwa 1 Meter in Nord-Süd-Richtung, eingefasst mit einer Mauer aus Betonblocksteinen. Eine Schotterfläche, die als Terrasse diente und einige Gehölzen und Stauden, die hauptsächlich dicht am Rand der Mauer angeordnet waren – das war die Ausgangssituation! Ihr Wunsch war ein locker gestalteter, naturnaher Garten mit einem schönen, abgeschirmten Sitzplatz, ein Bereich für Gemüse und Obst und für viele verschiedene Stauden. Wenig Rasen. Ein „offener“ Garten ohne Zaun und massiven Sichtschutz. Bepflanzung möglichst ohne exotische Arten, da sich der Garten direkt an landwirtschaftliche Flächen anschließt. Dazu war es zunächst wichtig, dem Garten eine Grundstruktur zu geben, ihn also in Bereiche aufzuteilen. Dafür wurde das Gelände mit Hilfe niedriger Mauern aus Muschelkalk in drei Ebenen unterteilt:

Die oberste Ebene: extensiver Kalkschottergarten

In der nordwestlichen Ecke des Gartens befindet sich der unterirdische Gastank. Als ein Austausch erforderlich wurde, entschlossen sie sich, im Zuge der umfangreichen Erdarbeiten den Bereich neu als Steppenbeet zu gestalten. Auf einer 30 cm dicken, mit etwas Kompost gedüngten Kalk-Schotterschicht haben jetzt trockenheitsliebende Gehölze, Stauden, Gräser und Wildtulpen ihren Platz gefunden und zeigen, wie man bei den veränderten Klimabedingungen farbenprächtige, interessante Gartenbereiche gestalten kann, ohne die Wasserrechnung in die Höhe zu treiben. Sehr schnell eroberten sich auch Eidechse, Stieglitz und Schmetterlinge die neue Fläche, die von niedrigen Holzliegen aus beobachtet werden können.

Die mittlere Ebene: der Ziergarten

… besteht aus dem Wohnbereich um die Terrasse und einer Rasenfläche. Hier fanden viele Sorten von alten und modernen Rosen ihren Platz, es gibt formale Beete mit Hochstammrosen und Lavendelhecken und Bereiche für Stauden. Die Terrasse erhielt einen Belag aus Walnussholz und wurde mit einer schlichten Pergola sowie einer schmalen Hainbuchenhecke (Sicht- und Windschutz) zu einem kleinen intimen Zimmer im Garten. Direkt an der Terrasse befinden sich intensiv duftende Rosen und Stauden. Das Farbkonzept der Pflanzung ist dunkelrot – rosa – weiß. Auf dem Weg zum Gemüsegarten begleitet einen ein weiteres Staudenbeet in der Farbkombination blau – gelb. Im Ziergarten blüht immer etwas von März bis November, alle zwei Wochen ändert sich das Aussehen der Beete um eine kleine Nuance. Auf der Nordwestseite des Hauses fand ein schmales Beet mit schattenliebenden Stauden Platz, darunter eine kleine Hosta-Sammlung.

Über die Jahre hat der Rasen unter allzu langen Trockenperioden gelitten und besteht eigentlich nur noch aus wenigen Gräsern und Wildkräutern. Ein Apfel-Hochstamm der Sorte „Gravensteiner“ bildet den Mittelpunkt der Rasenebene.

Zur Straße hin ist der Garten mit einer lockeren Pflanzung aus Blütensträuchern und Immergrünen abgegrenzt, unterpflanzt mit bodendeckenden Stauden. Pflanzen wie Beinwell, Akelei, Veilchen, Immergrün, Elfenblume und Storchschnabel sind absolut pflegeleicht, bedecken den Boden, bis die Gehölze größer sind und erfreuen durch ihre Blütenfülle. Herumvagabundieren im Garten ist ausdrücklich erlaubt, denn so entstehen immer wieder neue Bilder. Frühjahrsgeophyten, Tulpengruppen und Zierlauch bilden dazu das Tüpfelchen auf dem „i“.

Die unterste Ebene: der Gemüsegarten

hier wird in ökologischer Mischkultur alles angebaut, was Herz und Magen erfreut. Neben Beerensträuchern, die mit Monatserdbeeren unterpflanzt sind, werden jedes Jahr Bohnen, Rote Beete, Mangold, Zwiebeln, Kürbis, Zucchini usw. angebaut. Säulenobstbäume bieten Früchte auf kleinstem Raum. Ein Tomatenhaus schützt die „Paradiesäpfel“ vor zu viel Feuchtigkeit von oben. Zwischen den Nutzpflanzen dürfen sich Kapuzinerkresse, Bohnenkraut, Borretsch und Ringelblumen nach Lust und Laune ausbreiten und liefern mit ihren essbaren Blüten oft die Dekoration fürs Essen.

Wohl geplant und durchdacht….kein Wunder, hier haben wir es mit einer Fachfrau zu tun