Nähert sich der Reisende dem Garten des Künstlers, schaut er einen größeren steilen Hang hinauf. Ein Gingko wächst am Hang und ein steiler Weg führt zum Hauseingang. Besonders im späten Frühjahr wird der Reisende aber keine Mühe verspüren, den Weg zum Hauseingang hinaufzugehen. Es locken ihn dann Farben, Formen und Düfte von 120 verschiedenen Stauden- und Strauchpäonien. Bunte Glaskugeln und „Hühnergötter“ auf Stäben schweben über und zwischen ihnen. Später erfahrt der Besucher, dass der Künstler damit markiert, ob es sich um eine Staude oder einen Strauch handelt.

Am Hause angelangt, begrüßen der Künstler und seine Frau herzlich den Reisenden. Er erfährt, dass der Hang aus Keuperboden besteht und die magere Bodenschicht nur wenige Zentimeter ausmacht. Direkt neben dem Haus beginnt ein Landschaftsschutzgebiet und zieht sich weiter den Hang hinauf. Hier wachsen im Frühling Küchenschellen. Nur Walnuss und Kirsche kommen mit diesen Bodenverhältnissen zurecht. Die Magerwiese dazwischen wird von ihm gemäht. Es gibt auch noch eine Schlehenhecke und rund um das Haus blickt man auf Päonien. Viele hat der Künstler und Gärtner selbst aus Samen gezogen. Der Weg wendet sich nach rechts und es geht den Hang wieder hinab. Vorbei geht es an Rankhilfen, an denen alte Rebstöcke der „Königlichen Ester“ wachsen. Sie sind zeltartig zum Haus gezogen und bilden damit im Sommer mit ihrem Blätterdach einen wunderbaren Schattenplatz. Es geht vorbei an einem Balkon mit leuchtend gelb-bunten Glasscheiben, dem neusten Werk des Künstlers: „Lebenswege“.

Vorbei geht der schmale gepflasterte Weg am Tomatengewächshaus, dem Reich der Frau des Hauses. Hier wird im Frühjahr auch vorgezogen, was in dem 1500 qm großen Nutzgarten im Dorf benötigt wird. Selbstversorgung wird groß geschrieben. Neben Tomaten wird Grünkohl, Blaukraut Weißkraut und weiteres angebaut. Der Künstler bittet den Reisenden in sein Haus bzw. seine Kunstgalerie. Überall stehen und hängen seine farbenfrohen Kunstwerke. In vierzig Jahren kreativer Arbeit hat sich vieles angesammelt. Erstaunlich ist die Vielfalt der angewendeten Techniken. Das Ehepaar hat hier ausreichend Raum dazu. Frau Fella näht aus phantasievollen Stoffen, sie töpfert – und kocht und backt hervorragend – Gastfreundschaft wird hier gelebt.

PS Beim Besuch im Winter konnten wir uns davon überzeugen: mit Tee und frischgebackenem Apfelstrudel wurden wir verwöhnt und erfuhren einiges über das Leben im vollbiologischen Holzhaus, im Garten und immer mit der Kunst!