Mitten im Dorf, neben der alten Gastwirtschaft aus dem Jahre 1860 war ein alter Hof, so erzählte die Gärtnerin. Der gesamte Hof war abgebrannt und die Natur hatte die Reste überwachsen. Mit dem Erwerb der alten Gastwirtschaft hatte die Gärtnerin auch das angrenzende Gelände übernommen. Ihre künstlerischen Vorstellungen setzt die Gärtnerin mit altem Astholz um. So lag es nahe, das Naturgelände vorsichtig freizulegen und für den Garten die noch vorhandenen Materialien zu verwenden. Balkenreste, Backsteine und behauene Sandsteine kamen zum Einsatz. Der sich zum Teil selbst ausgesäte alte Baumbestand wurde belassen. So bietet der Garten vielen Vogelarten und Insekten Unterschlupf.

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Als wasserliebendes Gehölz wachsen dort Traubenkirsche und Weide, beide bei Insekten beliebt. Die Weiden haben sich zwischen den alten Steinen des ehemaligen Stallboden bestens entwickelt und geben der so entstandenen Terrasse ein schützendes ‚Sonnensegel‘. Ein alter Holunder und eine gelbe Zwetschge erfreuen die Gärtnerin mit ihrer Blüte und natürlich auch der Ernte. Aus den Backsteinen wurden Hochbeete gebaut. Dabei sind offenbar die runden Formen besser geeignet. Hier wachsen in geschütztem Kleinklima Kürbis und Tomate, Paprika und die Kräuter besonders gut. Auch Brennessel und Giersch finden in der Küche Verwendung. Bis in den Winter werden Mangold und Rosenkohl geerntet. Eine wilde Brombeere hat sich unter der Pflege der Gärtnerin zu einem ertragreichen Strauch entwickelt. Die wild wachsende Seifenblume wurde auch schon zum Waschen eingesetzt. Besser ist jedoch das Grün des Efeu, das auch im Winter zur Verfügung steht.

Die Gärtnerin lud uns zu einem Blick ins Innere des 100 Jahre alten Anbaus und so konnten wir im heutigen Wohnzimmer die Bühne bewundern, die dort bis vor wenigen Jahren noch der Kleinkunst diente.

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In diesem Garten verweilen auch gern die Gäste ihrer Ferienwohnungen.