Jetzt bevor die Bäume ausschlagen, sind die Strukturen des Parks am besten zu lesen. Bisher war mir der versunkene Park nur aus Beschreibungen bekannt, so war ich gespannt darauf, seine Spuren zu finden. Zu seiner Blütezeit war der Park ein Treffpunkt einer illustren Gesellschaft. Die geistliche und weltliche Herrschaft des Umlandes sowie Literaten wie Friedrich Rückert vergnügten sich hier.

Der Landschaftspark gehörte zum Schloß Gereuth. Das Wasserschloss wurde vom Architekten Valentin Pezani von 1705 bis 1710 für den Würzburger Fürstbischof Johann Phillip von Greifenclau erbaut. Wie für die katholischen Schlösser des Ritterkantons Baunach üblich, wurde ein historischer Architekturstil bevorzugt. Nach der Errichtung des Schlosses leitete der Baumeister Joseph Greising von 1713 bis 1717 den Bau der katholische Kirche St. Phillipus, als Abbild des Würzburger Domes. Greising war ein vielbeschäftigter Baumeister, der z.B. an der Würzburger Residenz, als Lehrmeister von Balthasar Neumanns, und später auch an den Barockbauten des Zisterzienserklosters Ebrach z.B. in Oberschwappach tätig war.

Jüngeren Datums ist der Landschaftspark Gereuther Tannen, der 1797 im Geiste der Klassik und frühen Romantik entstand. Wie für Landschaftsparks üblich, sollte er eine „ideale Natur“ widergeben, sowie auch ein Bereich für des Menschen sein. Den Park ließ Phillip Ignatius Carl Reichsfreiherr von Greiffenclau errichten.

Vom Schloss führt der Weg aufwärts über einen Feldweg zum Glasholz Wald. Unterwegs bietet sich ein weiter Blick in das Itz-Baunach Tal. Schon kurz nach dem man den Wald erreicht hat quert man den Glasholz Bach, der sich ein Tal in das Gefälle des Hangs eingegraben hat. Hinter einer Biegung fällt der Blick auf den Theresienstein. Gegenüber liegen verstreut blanke Sandsteinfelsen, die Einsiedlerfelsen, Kulisse für die damals beliebten Spiele „Eremit, Einsiedler“. Vergnüglicher ging es auf dem Tanzplatz zu, der etwa 50 m weiter gelegen war und auf halbem Weg zu den sog. „Rückertsteinen“ liegt.

Diese Steinsitze sind rund behauenen und finden sich oberhalb des Talkessels. Man stellt sich vor, wie hier der Dichter Friedrich Rückert vor einem Publikum gelesen oder anderen gelauscht hat. Ihm zu Ehren wurde 1812 der sog. Rückertstein aufgestellt.

In einem kleinen Talkessel liegt wohl das gesellschaftliche Zentrum des Parks. Auf einer Informationstafel heißt es dazu: „An diesem Platz gab es laut Aufzeichnungen ein Wirtshäuschen aus Schilf und Stroh, ein Kaffeehäuschen aus Fichtenstämmchen, einen Feuerherd mit Keller ringsum mit vielen Sitzen“