Die Bettenburger Waldanlage, wie der Landschaftsgarten zur Zeit seiner Blüte genannt wurde, erstreckt sich im Kern auf drei Berge. Auf dem Burg – oder SchloßbergA“ liegt die „neue“ Burg in Stil zwischen Gotik und Renaissance. Durch das Tal zwischen BurgbergA“ und Margarethenberg B„, sowie HuttenbergC“ verlief schon 1888 ein Weg nach Manau, der heute zur Kreisstraße ausgebaut ist. Sie durchschneidet die Anlage und verkleinert den „trüben See“ merklich.

Zwischen MargarethenbergB“ und HuttenbergC“ liegt das Eremitental. Darin fließt ein Bach, der in den „trüben See“ mündet. Das etwas abseits gelegene „Lusthaus“, später zum „Dichterhaus“ umbenannt, liegt auf dem „Weinberg“ „D„. Geht man den Pfad weiter, so gelangt man zu einer Stelle von wo ein weiter Blick nach Westen, über Hofheim, Großmannsdorf und das Tal der Nassach zum Sonnenuntergang möglich war. Nicht weit von hier erhebt sich ein Berg ,“E„, auf 380 m. Von hier konnte der Blick nach Osten zum Sonnenaufgang, über Manau und in das Tal der Baunach, schweifen.

In der Waldanlage befanden sich Denkmale, Hütten, Sitzplätze mit Wegweisern, an denen Tafeln mit Inschriften zeitgenössischer Dichter aufgestellt waren. Steinerne Denkmäler, die dem Zahn der Zeit widerstanden, sind noch heute mit Wegen verbunden, die schon damals zur Waldanlage gehörten (in der Zeichnung mit rotem Stern markiert). Aus Holz gefertigte Ausstattungen sind heute nicht mehr vorhanden (auf der Zeichnung mit Ziffern ohne roten Stern).

Auflistung aller Denkmäler

  • 1 Denkmal der Gartenkunst, 1789
  • 1a Stein vor der Weggabelung
    • Freundschaftsplatz
  • Familienzyklus, christliche Tradition
  • 2 Charlottenplatz
  • 3 Morgenhütte
  • 4 Margarethen-, Senkendorfkapelle
    • die große Eiche
  • 5 Säule der Geschwisterliebe
  • 6 Totenkapelle
  • 7 Wegweiser zum Denkmal der Auferstehung
    • Sitz unter dem großen Ahorn am Wege nach dem Huttenberg
  • 8 Denkmal der Auferstehung
  • 9 Säule am Scheideweg
  • Ritterzyklus
  • 10 Huttendenkmal
  • 11 Minnesängerplatz
  • 12 Ruine Altenburg
  • 13 Berlichingen-Sickingen-Denkmal
  • Lusthütte und Eremitenschlucht
  • 15 Lusthütte ( später Dichterhütte zu Ehren von Friedrich Rückert)
    • Das Jagdhaus
    • Sitz unter dem großen Ahorn – Aussicht ins Tal Richtung Großmannsdorf.
  • 16 Eremitage (Station auf dem Rückweg vor dem trüben See)
    • Betstelle des Eremiten
    • Kreuz am Wege
    • Steintafel an eine Tanne gelehnt
    • Ein Sitzplatz „Lieblingsplatz“ des Barons
  • Orte die noch nicht lokalisiert wurden
  • Philosophengang
  • Kastanienwald

Alle Orte waren mit Wegen verbunden, (s. Zeichnung unten). Übrig geblieben sind nur die Wege zwischen den steineren Denkmälern. Es ergab sich ein Geflecht aus Wegen, die es Außenseitern schwer machte, dem Weg und den Gedanken des Truchseß zu folgen.

Nach dem Theoretiker der Gartenkunst C.C.L. Hirschfeld sollte die Landschaft den Betrachter in eine besondere Stimmung versetzten. Für eine sanft-melancholische Stimmung war das Gelände mit dem engen dunklen Tal ideal. Aus dieser Stimmung heraus sollte der Besucher innere Kraft schöpfen. Anhand von poetischen Zitaten zeitgenössischer Dichter, sollte die Stimmung verstärkt und gelenkt werden. Die Gedanken von Christian Truchseß werden darin ablesbar.

Ursprüngliche startete der Weg auf einer Wiese vor der Bettenburg bei dem Denkmal der Gartenkunst „1“ , damals stand dort auch ein Solitärbaum. Heute befindet sich nicht weit ein alter weit ausladender Baum. Unterhalb der Wiese befand sich der Eingang zum Park. Ein langgezogener Pfad abwärts teilte sich an einem Stein „1a„, der die Inschrift trägt: „Die gütige Natur ermüdet nie, ihre Freunde zu ergötzen“.

Beide Denkmäler lagen damals in einer Gras-, bzw. einer Obstwiese. Skizzenblätter eines Porzellanherstellers, die sich heute wieder im Besitz der Familie befinden, zeigen diesen und weitere Denkmäler. (aus „Die Bettenburg“, 1989, Lieselotte-Füglein).

Am „trüben See“ war eine Weggabelung. Nach rechts kam man über Charlottenplatz und Morgenhütte auf den Margarethenberg „B“ zu dem Familenzyklus. Folgt man dem rechten Pfad, so kam man in das „Eremitental“ und zur Eremitage „15“ mit seiner Betstelle. Das Eremitental gehörte zum Rückweg vom Huttenberg zum „trüben See“. Heute ist sie Zugang zum Margarethenberg oder zum Huttenberg.

Seinerzeit waren hier nachfolgende Anlagen errichtet.

Christian Truchseß – der aufgeklärte Adelige

Auf einer Steintafel an einer Tanne verweist die Inschrift auf den Lebensinhalt „Vernunft“. Vernunft – als Inhalt der Aufklärung – einer neuen Art die Welt zu verstehen, und die Abkehr vom Glauben.

  • „Der Mensch
  • er werde am Morgen des Lebens abgerissen
  • oder er falle im Alter gleich einer reifen Aehre,
  • so fällt er immer zur rechten Zeit,
  • nach dem Plane der Natur,
  • wenn er der Vernunft gelebt hat
  • und als ein Mann gestorben ist.“

Erhalten ist nur ein Stein am Rande des Weges mit einer weiteren Inschrift.

Als erster Teil der Waldanlage entstand der christliche Familienzyklus auf dem MargarethenbergB„. Hier stand das Thema Familie und Freunde im Vordergrund die Anlagen waren fast ausschließlich aus Holz. Im zweiten Schritt entstanden die Denkmale des Ritterzyklus auf dem HuttenbergC“ Seine Ausstattung war und ist heute noch im wesentlichen aus Stein.