Als erste Anlage in der Bettenburger Waldanlage entstand der Familien- und Freundeszyklus.

Zum Verständnis dieser Anlage hilft vielleicht die Beschreibung Hirschfelds zu dem „sanft-melancholischen Garten“:

„Bey so manchen Scenen der Vergänglichkeit, die auch bey dem schnellsten Vorüberschwinden Thränen oder doch Trübsinn zurücklassen, bey so vielfältigen Täuschunungen unserer Hoffnungen oder Leidenschaften, scheint nichts dem Bedürfnisse unserer Natur angemessener als zuweilen den Trost der Einsamkeit und die Weisheit stiller Betrachtungen zu suchen . … Diese Betrachtungen, die trüben und doch erhellen, dieses Empfindungen, die erweichen und doch stärken, unterstützt die Natur sowohl durch tausend Erscheinungen der Vergänglichkeit, als auch durch besondere Gegenden von einem einsamen und ernsten Charakter. …

Um das Licht zu hemmen und die Schatten zu verstärken, müssen die Anpflanzungen, wo sie nöthig sind, in dicken Wildnissen, in gedrängten Gruppen oder verschlossenen Haynen bestehen. … Unter der Finsterniß von solchen Gruppen und Haynen und Waldstücken windet der melancholische Garten seine labyrinthischen Gänge umher, bald in dunkle Tiefen hinab, bald unter dem Schatten herüberhängender Berge oder Felsen hin, bald neben einem schweigenden Gewässer vorbey, worauf die umherstehenden Bäumen eine ewige Nachte werfen, bald zu einem freyen Platz, den von allen Seiten her die Gebüsche mit einer sanften Dämmerung füllen, bald zu einer Bank, über welche sich undurchdringliche Laubdecken herabneigen, bald zu einem Moossitz unter einer gekrümmten, von Zeit und Strum halb zerstörten Eiche, bald zu einer wilden von Gesträuch überdeckten Felsmasse, worin die dumpfen Klagen verborgener Wassergüsse ertönen. …

Die Werke der Baukunst, die Anlagen vom melancholischen Charakter zukommen und ihre Wirkungen verstärken, sind Einsiedeleien Trauergebäude, Ruinen; die Bildhauerkunst liefert Grabmäler, Urnen, Säulen und andere Denkmäler, die einer abgestorbenene Freundschaft oder Liebe geheiligt sind, und deren Anblick die Seele mit einer sanften Schwermuth erfüllt; die Poesie gibt rührend Inschriften, welche die Erinnerungen an Vergänglichkeiten mit Lehren der Weisheit begleitet. Inschriften scheinen insbesonders in einem sanftmelancholischen Garten fast unentbehrlich. “ (Hirschfeld, C.C.L., Theorie der Gartenkunst, 4. Band Kiel 1782, II. Kapitel Sanftmelancholischer Garten, S. 81-83)

Beginn des Familienzyklus ist der Charlottenplatz, ihm folgt die Margarethenkapelle. Älteste Anlagen sind jedoch die Eremitenhütte und die Margarethenkapelle.

  • Lage der Denkmäler
  • 2 Charlottenplatz
  • 4 Margarethenkapelle
  • 5 Säule der Geschwisterliebe
  • 6 Totenkapelle
  • 7 Denkmal der Ewien Fortdauer oder Auferstehung
  • 9 Säule am Scheideweg

Das Ende des Familienzykus und Anfang des Ritterzyklus.