Teil 5 von 6

Teil 1

Besucherinfo

Oft wird die Waldanlage Bettenburg auf den Ritterzyklus reduziert, da hier die meisten Demkmäler noch vorhanden sind.

Von der „Säule am Scheideweg“ geht es weiter zum Huttendenkmal. Hutten und die weiteren Ritter, Franz von Sickingen und Götz von Berlichingen, denen hier ein Denkmal gesetzt ist, stehen für Widerstand und Rebellion gegen die Fürstenherrschaft. Freie Reichsritter hatten sich von der Herrschaft durch die Fürsten befreit und wurden von ihnen immer wieder in ihrer Freiheit und ihren Rechten bedrängt. Die Freiheit dieser Verherrlichung der Reichsritterschaft endet mit dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Teutscher Nation im Jahre 1806.

Mit dem Anschluß Frankens an das Königreich Bayern wurden 1803 die Klöster säkularisiert und ihre Ländereien dem König unterstellt. 1806 geschah das Gleiche mit den Reichsrittern und großen Teilen ihrer Ländereien.

Die Ideale kühner Reichsritterschaft werden symbolisiert durch Fehdehandschuh und Schwert. Für die Rittertugend Minne und Familienverehrung stehen Leier und Wappen, für Glaubensfestigkeit und Märtyrertum werden mit Geißel und Palmzweig dargestellt.

Christian Truchseß wird von seinen Freunden gern „der letzte Ritter“ oder auch wegen seines Sinns für Recht und Wahrheit „Götz von Berlichingen“ genannt. Seine vielfältigen Interessen für Kultur und seine Gründung einer Kirschobstanlage, sowie die Kontakte zu den Intellektuellen in Weimar, Hildburghausen, Heidelberg und Stuttgart machen die Bettenburg zu einem vielbesuchten Ort. Unter den Gästen auch der Dichter der Haßberge Friedrich Rückert.

Rückert hat gern den letzten Ort auf dem Weg, die Lusthütte, aufgesucht und dort gedichtet. Ihm zu Ehren heißt sie heute „Dichterhütte“

In der Zeit der Entstehung der Waldanlage Bettenburg schauten viele Standesgenossen noch nach Frankreich und die Gärten von Versailles, dem Barockgarten schlechthin. Dies waren Vorbilder zur Nachahmung, anders Christian Truchseß und C.C.L. Hirschfeld. So gibt der Blick Hirschfelds auf die Gärten Frankreis auch Einblick in die Seele Christian von Truchseß.

Aus „Theorie der Gartenkunst“ Hirschfeld, S.26:

„Die Gärten in Frankreich

Der Nationalgeschmack der Franzosen, der nach Tändeley und Schimmer hascht, hat die Neigung zum Landleben fast ganz bei der Nation vertilgt. … Die Gewinnsucht versammelt die Menschen in den Städten; Galanterie und Vergnügen der Gesellschaft beschäftigen die vornehmern Familien; und die von der ersten Classe sind im beständigen Gedränge, um an den Hof zu kommen, und da die Eitelkeiten der Ehrsucht zu befriedigen. Der Schimmer des Hofes ist für das Auge der Nation so belendend, daß ein Minster fast kein größeres Unglick zu kennen scheint , als wenn ihm die Veränderlichkeit des Cabinets Gelegenheit giebt, auf sein väterliches Landgut zurückzukehren.

Die Franzosen haben daher in Vergleichung mit den Nationen, die auf eben der Stufe der Cultur stehen, nicht gar viele erhebliche Landhäuser und Gärten. Denn die berühmten Gärten zu Versailles, Marly, Fontainbleau u.s.w. sind Gärten des Königs, nicht der Nation. […]

Man hat bei der Anlage einiger Gärten des Königs von Frankreich allerdings Wunder gethan, aber solche, die bey den freywilligen Wirkungen der Natur in andern Gegenden überflüßig waren, und deren Absicht auf einem ganz andern Wege hätte wirklich erreicht werden können. Erstaunen und Bewunderung im Anfang, bald darauf Langeweile, und dann Ekel, dies ist die Wirkung, die selbst die berühmten Gärten von Versailles haben, denen übrigens schon mehr als ein Vorwurf gemacht worden ist. […] …“

Teil 6