Kreisverband Gartenbau war vom 10. bis 15. Juni im Loiretal unterwegs

Südlich von Paris in einer klimatisch günstigen Lage, wird die Landschaft entlang der Loire auch der Garten Frankreichs bezeichnet. Dies konnten die 49 reiselustigen Teilnehmer aus den Gartenbauvereinen im Landkreis Haßberge unter der Leitung von Geschäftsführer Guntram Ulsamer nur bestätigen. Schon auf der Anreise wurde in der Champagne ein Zwischenstopp gemacht, um eine typische Champagnerkellerei zu besichtigen und die ersten Gaumenfreuden zu genießen.

Das Höhlendorf Rochemenier war das nächste Ziel der Reise, wo die ins Kalkstein gebrochenen Wohnungen besichtigt und ein erster Einblick in die Lebensgewohnheiten der Landbevölkerung gegeben wurde. Der Rosengarten Chemins de la Ros nahe Saumur schloss sich an, um dann dort die bekannte Destillery Combier einen Besuch abzustatten.

Zeit zur freien Verfügung stand nun auf dem Programm bevor die Führung durch eine unterirdische Champignonzucht mit Abendessen auf dem Programm stand. In einer Höhle wurden gefüllte Champignons und weitere leckere Gerichte serviert.

Ein herausragendes Erlebnis war der Besuch des internationalen Gartenfestivals in Chaumont-sur-Loire am 2. Reisetag. Der Vormittag gehörte dem Besuch des Schlosses und der großen Parkanlage, die mit zahlreichen Kunstobjekten und künstlerischen Gartenideen ausgestaltet waren. Nach einem kurzen Mittagessen am Bus war das nächste Reiseziel das Königsschloss Chambord. Lorenzo, unser französischer Reiseleiter, verstand es auch hier, die Gartenfreunde in die Geschichte des Schlosses und seines Parks einzuführen und zu begeistern. Nach einer kurzen Kaffeepause stand der Jardin du Plessis in Sasnieres auf dem Programm. Der Gegensatz zum majestätischen Schloss Chambord war enorm. Hier fanden die Gartenfreunde ein kleines, am Fluss gelegenes Schloss mit einem wunderschönen, nach englischem Vorbild gestalteten Staudengarten. Ein Garten der vor allem die Sinne und das Herz ansprach!

Der 3. Reisetag gehörte dem im Renaissancestil gestalteten Schlosspark Villandry. Ein besonderer Höhepunkt! Die Besucher konnten sich gar nicht satt sehen von den in unterschiedlichen mit Salaten und Gemüsepflanzen bepflanzten Beeten. Niedrige Apfelspaliere umfassten die Beete. Weitere Gartenteile waren mit Formgehölzen als Bosketten bepflanzt oder mit Kastenlinden eingefasst.

Das nächste Reiseziel war das Chateau de L Ìslette. Es bildete ebenfalls einen wohltuenden Kontrast zum perfekten Gartenkunstwerk Villandry. Sehr „privat“ waren die Wohnräume der Künstler Camille Claudel und Auguste Rodin im Schloss eingerichtet. Bezaubernd waren die alte Mühle und der naturnahe Flusslauf der Indre. Ein letztes Reiseziel schloss sich am späten Nachmittag mit dem Besuch der königlichen Abtei Fontevraud an. Das Weltkulturerbe ist eines der größten erhaltenen Klosterstätten des Mittelalters und besitzt mit einer beindruckenden Abteikirche und einer romanischen Küchenturm einen besonderen Charme.

Schloss Gaillard

Schloss Gaillard

Der 5. Reisetag startete mit dem Garten von Chateau Gaillard in Amboise. Schloss und Garten liegen am Hang eines kleinen Talraumes mit einem Flüsschen nahe Amboise. Sehr ruhig und geruhsam wirkte der Park im Renaissancestil, umgeben von einem alten Baumbestand, der die Sommerhitze abmilderte. Im Mittelalter residierte hier der berühmte Gärtner Pacello de Mercoliano, der Orangen und Pampelmusen aus Italien an den Hof des Königs brachte und hier tätig war. Ein weiterer Höhepunkt schloss sich mit dem Besuch des Brückenschlosses Chenonceau an. Zuerst vom Boot und dann später zu Fuß konnten das „Schloss der Damen“ und dessen Parkanlage erforscht werden. Eindrucksvoll waren die Wohnräume der Besitzerinnen Diane die Poitiers und ihrer Nachfolgerin Katharina von Medici.

Am Rückreisetag konnte die lange Fahrtstrecke durch den Besuch von Orleans mit seiner sehenswerten Kathedrale unterbrochen werden. Die Stadtführung vermittelte viele Eindrücke und schloss eine erlebnisreiche Studienfahrt ab.