Nach fast dreißig Jahren endete eine lange Tradition. Die „Ausstellung am Bahndamm“, zu der Helma Walter und andere Künstler eingeladen hatten, fand zum letzen Mal statt. Das besondere Ambiente ihres Gartens lockte viele Besucher zur Taglilienzeit in diesen Phantasiegarten. Neben ihren eigenen Werken fanden die Skulpturen von Martin Auer aus Würzburg und die Strohmarketerie von Mélanie Richet aus Schweinfurt ihre Bewunderer.

Schon am Eingang des Gartens waren wir überwältigt von dem Angebot, das unsere Augen sahen. Links lockte uns der hinter Taglilien versteckte Seerosenteich ihn zu umrunden. Vorbei an Wandreliefs und Bodenmosaiken kamen wir zum ersten Sitzplatz am Teich. Enten, die dort Ausschau nach Fröschen hielten luden uns ein zu Verweilen. Schon platschte es im Wasser, aufmerksam beobachtet von dem blauen Drachen auf der gegenüberliegenden Seite des Teiches.

Weiter ging der Weg um den Teich und wir kamen an die Senke, in der eine Palme ihre Fächer ausbreitete. Schon glitt der Blick weiter durch Gräsergrannen zu einer Reihe blauer Vasen. Wir bogen nach links durch dunkle Gehölze und kamen auf einen versteckten Platz mit Sitzbank und einer Mosaikmauer. Durch ein Guckloch auf der Mauerkrone konnen wir schon den wunderbaren Gemüsegarten erspähen.

Es ging weiter einen kleinen bergeniengesäumten Steig hinauf zu drei mannshoch abgesägten Baumstümpfen. Baumstümpfe? Nein, die hatten ja Hüte auf und unterhielten sich in deutsch, englisch und französich. Wir grüßten kurz. Ohne daß die drei Herren ihr Gespräch unterbrachen, zu wichtig waren ihre Themen offenbar, kamen wir zum Gemüsegarten. Was für Hochbeete. Von Cortenstahl eingefaßt thronten bunten Salate, Kohl und weiteres Gemüse. Beerensträucher, kunstvoll aneinandergereiht, lockten mit ihren Früchten. Echinaceen leuchteten zwischen Königskerzen rechts und links des Weges zurück auf die Ausgangsebene neben einer Pergola. Wir standen im Halbrund eines kleinen Platzes, wendeten uns zurück und blickten auf bunte Gehölze neben der leuchtend blauen Clematis an der Pergola.

Neugierig schauten wir noch einmal in Richtung Teich. Immer wieder neue Perspektiven und tönerne Phantasiegestalten.

Schade, dass dies die letze Ausstellung war. Wenn aber Besucher freundlich anfragen, wird das Gartentor von Helma Walter gern für sie geöffnet.